Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen e.V.

Artikel aus dem Preß’ Kurier vom Juni/Juli 2002

Schmalspur- und Museumsbahn-Nachrichten

Fortsetzung: Regelspurstrecke Schönheide Ost - Muldenberg

Um die Strecke erhalten zu können, ist deren sinnvolle Nutzung notwendig. Es ergeben sich drei Nutzungsarten. Bevor die Strecke wieder vollständig befahrbar ist, wird der FHWE von Schönheide Süd aus Fahrten zum touristischen Gaudi mit speziell umgebauten SKL anbieten. Diese Fahrzeuge können mit geringem Aufwand betrieben werden und sind in der Lage, ein neues Marktsegment zu erschließen: Zu einem wesentlich geringeren Preis als bei einem Dampfzug können sich Tagestouristen, die entlang dieser Strecke an Wochenenden zu jeder Jahreszeit unterwegs sind, bei einem Glas Bier durch eine attraktive Landschaft fahren lassen. Dieses Vergnügen dauert keinen ganzen Tag, sondern läßt sich gut als Nachmittagsbeschäftigung einplanen. Das Angebot zielt nicht speziell auf Eisenbahnfreunde ab, sondern auf die Allgemeinheit. Ein derartiger Betrieb ist natürlich nicht historisch, stellt aber eine wichtige Nutzungsmöglichkeit für die Gleisanlagen dar. Perspektivisch soll die Strecke in Muldenberg wieder an das „übrige“ Eisenbahnnetz angebunden werden. Ist dies der Fall, so können andere Eisenbahnvereine mit ihren historischen Fahrzeugen nach Schönheide Süd und Ost gelangen. Durch die landschaftliche Schönheit sowie vorhandene touristische Angebote, wie z. B. die Museumsbahn Schönheide, ist die Strecke ein attraktives Ziel für Dampfsonderfahrten. Des weiteren ist während der kalten Jahreszeit eine Bedienung der Strecke zu Wintersportzwecken mit Sondertriebwagen der Vogtlandbahn denkbar, wie sie bisher bereits nach Klingenthal verkehren. Die Strecke Schönheide Ost - Muldenberg befindet sich bis auf wenige hundert Meter in einem guten Gleiszustand. Große Teile des Oberbaus sind in den 70er und 80er Jahren erneuert worden. Auch die Brücken befinden sich in einem guten bis sehr guten Zustand. Durch diese Fakten begünstigt, ist die Wiederinbetriebnahme der Strecke realistisch und nicht als Utopie einzustufen.

Was ist zur Zielerreichung bisher geschehen? Zuerst entstand das oben grob umrissene Konzept. Um die Gleise wieder in Betrieb nehmen zu können, muß der FHWE mit einem Eisenbahninfrastrukturunternehmen kooperieren, welches als Streckenbetreiber eintritt. Nachdem Verhandlungen hierzu seit 2000 laufen, zeichnen sich momentan Lösungsansätze ab. Ein wichtiger Schritt zum Erhalt der Bahn war im Jahr 2001 die Sanierung eines Bahnüberganges über die B 283 zwischen Schönheide Ost und Süd. Ohne das Wirken des FHWE wäre dieser Bahnübergang ausgebaut worden, und anschließend nach deutschem Recht nie wieder herstellbar gewesen. Ein Wiedereinbau des BÜs wäre im Sinne des Eisenbahnkreuzungsgesetzes ein Neubau eines Bahnüberganges über eine Bundesstraße gewesen, und eben genau das verbietet dieses Gesetz. Momentan wird die B 283 in der Ortslage Tannenbergsthal saniert, und hier vollzieht sich das gleiche: Auch der BÜ im hiesigen Bahnhofsbereich wird im Rahmen des Straßenbaus nicht ausgebaut, sondern saniert, wobei er von vier auf zwei Gleise reduziert wird. Diese Arbeiten führt der FHWE teilweise in Eigenleistung aus. Beim eigentlichen Gleisbau kann der Verein glücklicherweise auf die Unterstützung der Gleisbaufirma Eichholz zurückgreifen.

Fortsetzung

FHWE-Presseartikel

Alle Inhalte / Fotos dieser Seite unterliegen dem Urheberrecht des Herausgebers. Nachdruck (auch auszugsweise) und jede Art der Vervielfältigung ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages / des Herausgebers zulässig.