Ergebnisbericht: Sanierung der Vereinsanlage Wilzschhaus Nr. 3 sowie Rekonstruktion der Gleisfeldbeleuchtung

FHWE . Ausgangssituation und Aufgabenstellung:
Bahnhofsgebäude Schönheide Süd (Wilzschhaus Nr. 3):

Die Kernaufgabe des Vorhabens bestand darin, das Empfangsgebäude Schönheide Süd nachhaltig baulich zu sichern, zu erhalten sowie denkmalgerecht weiter zu sanieren. Das Gebäude hat sich in den vergangenen Jahren zum sozial-kulturellen Mittelpunkt des Schönheider Ortsteil Wilzschhaus entwickelt.

Das Bahnhofsgebäude Schönheide Süd (Empfangsgebäude des Bahnhofs) ist ein dreigeschossiger, vollunterkellerter Klinkerbau aus dem Jahr 1893. :
Das Hauptdach war ursprünglich mit Naturschiefer eingedeckt. Im Jahr 1988 wurde die Naturschieferdeckung durch Bitumenschinden in Dreicksform ersetzt. :
Im Jahr 2005 wurden punktuelle Reparaturarbeiten an der Dacheindeckung ausgeführt, welche jedoch zu keinem langfristigen Erfolg führen konnten, da die Bitumenschindeln ihre normative Nutzungsdauer bereits weitgehend erreicht hatten. :
Die Dacheindeckung zeigte in der Folgezeit zunehmend Risse, wodurch Nässe eintreten konnte. Feuchteschäden im Gebäude waren demgemäß die Folge.

Im Jahr 2016 wurde auf eigene Kosten die nordwestliche Dachseite analog der vorhandenen Bitumenschinden neu eingedeckt. :
Da die südöstliche Seite in ihrem Zustand etwas besser erhalten war, konnte hierauf vorerst noch verzichtet werden.
Jedoch traten auch hier in der Folgezeit zunehmend Risse im Dachbelag auf, welche stetig in ihrer Anzahl sowie ihren Ausmaßen zunahmen.
Es war daher geboten und erforderlich, auch diese Dachhälfte neu eindecken zu lassen. Nach Regengüssen "soffen" die Decken- und Wandflächen der unterhalb befindlichen Räume zunehmend ab, wobei das eingedrungene Wasser zuletzt bis in den Erdgeschossbereich vordrang.

Eine weitere Aufgabe galt der Erneuerung der insgesamt acht giebelseitigen Fenster im Dachgeschoss, welche aus den 1930 oder 1950er Jahren stammten und holzbauseitig vollkommen verbraucht waren.
Insbesondere die Fenster der nordwestlichen Wetterseite waren soweit verfault, dass jene auftreffendes Regenwasser nicht mehr abhielten, was dazu führte, dass jenes in die Räume eindrang.
Es galt daher, diese acht Fenster durch neue Holzfenster ersetzen zu lassen.

Bautechnische Umsetzung und Ausführung:

Die Südwestseite des Hauptdachs des Empfangsgebäudes wurde mittels besandeter Bitumenschindeln in Dreiecksform neu eingedeckt. Die Eindeckung erfolgt gemäß der vorhandenen Dachlandschaft ohne optische Wesensveränderung gemäß den Grundsätzen und fachlichen Anforderungen der Denkmalpflege. Die ästhetische Erscheinung erfuhr keine Veränderung.

Die vorhandenen Fenster im Dachgeschoss, welche lediglich einfachverglaste Einfachfenster waren, wurden durch neu hergestellte Fenster, den modernen Erfordernissen (Isolierglas) entsprechend, ersetzt. Die Farbgebung wurde analog dem vorhandenen Bestand aller übrigen Fenster gestaltet bzw. ausgeführt (Außenseiten rotbraun, Innenseiten weiß).

Sanierung der Gleisfeldbeleuchtung:

Das Außengelände eines Bahnhofs wird bei Dunkelheit und unsichtigem Wetter (Nebel, Schneefall) durch eine sogenannte Gleisfeldbeleuchtung mittels Kunstlicht erhellt. Der Bahnhof Schönheide Süd verfügt über eine solche Gleisfeldbeleuchtung, welche der Einheitsbauform "Deutsche Reichsbahn" entspricht. Die Anlage besteht aus insgesamt 13 Hochmastlampen mit Lampenkörpern in Pilzform auf 12 m hohen Holzmasten. Die Holzmasten weisen teilweise auf Grund ihres Alters von mind. 50 Jahren stark ausgeprägte Fäulniserscheinungen auf, was eine mangelnde Standfestigkeit und somit Standsicherheit zur Folge hat. Die Masten sollen daher gegen bauartgleiche Holzmasten ausgetauscht werden. Alle Lampenkörper sind in diesem Zusammenhang für eine Restaurierung bzw. techn. Aufarbeitung vorgesehen.
Alle Arbeiten sind im Rahmen der anerkannten Grundsätze der Denkmalpflege zu realisieren.

Die ursprünglich für diese Arbeiten vorgesehene Firma TFb GmbH, Grünbach/Vogt., ist wegen der Erkrankung ihres Firmeninhabers aufgelöst worden und nicht mehr existent. Es galt daher, ein geeignetes Ersatzunternehmen zu finden, was in der Lage und bereit ist, derartig historische Hochmastlampen, welche seit 30 Jahren bei der Deutschen Bahn AG nicht mehr neu aufgestellt werden, anzufertigen sowie einzubauen bzw. jene gegen die vorhandenen Leuchten auszutauschen. :
Die Suche nach einer solchen Firma gestaltete sich lange Zeit schwierig. :
Es gelang schließlich, eine Gleisbaufirma (mit einer Niederlassung in Dresden) zu gewinnen, welche derartige Arbeiten zwar grundsätzlich eigentlich nicht anbietet, jedoch bereit war, sich des Auftrages anzunehmen.

In der Konsequenz der Auflösung der Firma TFb GmbH war die Kalkulation hinfällig, welche auf dem Angebot der Firma TFb GmbH basierte. Alle vorgesehenen Arbeiten mussten neu ermittelt werden.
Primärziel des Einzelprojekts "Gleisfeldbeleuchtung" blieb unverändert die Sicherung der Standfestigkeit der Hochmastleuchten, welche in Bezug auf den Zustand eines Teils ihrer 12 m langen Holzstangen von elementarer Bedeutung war. Dieser Aspekt genoss eine weitaus höhere Priorität als die Funktion der Lampen als Leuchtmittel, allein schon wegen der Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht.

Bedingt durch den Ausfall der (sehr preiswerten) Firma TFb GmbH wurde die ursprüngliche Planung dahingehend geändert, dass nunmehr nur noch jene acht Hochmastleuchten ersetzt werden sollten, welche in ihrer Nutzungsdauer, ihres physischen Zustandes sowie ihrer Standfestigkeit unabdingbar ersetzt werden mussten. Jene Leuchten, bei welchen die Holzstangen noch mind. weitere 10 bis 15 Jahre als ausreichend standfest eingeschätzt wurden, wurden aus der Planung ihres Ersatzes herausgenommen.

Demgemäß wurde das Vorhaben nunmehr darauf abgestimmt, es mit nur noch acht rekonstruierten bzw. manuell in Einzelanfertigung hergestellten Komplettleuchten in originaler Ausführung bzw. Bauform umzusetzen.

Die Position des ebenfalls im Projekt vorgesehenen Kabeltiefbaus, welcher vom Anbieter TFB GmbH mit (lediglich) einem Betrag in Höhe von 5.800,00 Euro netto für ca. 600 m Leitungsführungen veranschlagt war, wurde ersatzlos gestrichen, da es nicht gelang, jene Leistung bei in hierfür Betracht kommenden Firmen auch nur annähernd in einem solchen Kostenrahmen einzuwerben.
Ein angefordertes adäquates Angebot kalkulierte eine vergleichbare Bauleistung mit einem Gesamtbetrag in Höhe von 17.710,00 Euro.
Die Verkabelung der Hochmastleuchten soll daher ersatzweise in Eigenleistung des Projektträgers umgesetzt werden, wobei hier lediglich das erforderliche Installationsmaterial zugekauft werden muss.
Das Projekt wurde bezogen auf sein vordergründiges Primärziel, die historische Beleuchtungsanlage langfristig zu erhalten und zu sichern, auch mit dieser notwendigen Anpassung vollumfänglich erreicht.

Bautechnische Umsetzung und Ausführung:

Die acht Hochmastleuchten wurden unter Verwendung originaler, restaurierter sowie aufgearbeiteter (historischer) Teile in aufwendiger Arbeit gefertigt bzw. nachgebaut. Die 12 m langen Holzstangen wurden neu zugekauft. Die Leuchten wurden vormontiert und damit in fertigem Zustand zur Aufstellung gebracht.

gemäß ihrer Eigenschaft, ohne (Beton-)Fundamente direkt im Erdreich eingebaut ("versenkt") zu werden, wurden die für die Aufstellung erforderlichen Löcher in einer Tiefe von jeweils ca. 1,80 m mittels Bagger ausgehoben und nach dem Einsetzen der Leuchten mit geeignetem Füllmaterial sowie dem zuvor ausgebauten Boden wieder geschlossen. Die Leuchten wurden so positioniert und ausgerichtet, wie es dem originalen Zustand entspricht.

Ergebnis der geplanten Arbeiten:

Die drei Einzelprojekte "Dachinstandsetzung und Erneuerung der giebelseitigen Holzfenster im Obergeschoss des Empfangsgebäude Schönheide Süd" sowie "Rekonstruktion und Sanierung der Gleisfeldbeleuchtung Bahnhof Schönheide Süd" wurden vollumfänglich verwirklicht. Die Reduzierung der ursprünglich vorgesehenen Anzahl von 13 Hochmastleuchten auf acht derartige Lampen ist der veränderten Situation des Ausfalls der explizit auf solche Arbeiten spezialisierten Firma TFb GmbH geschuldet gewesen.
Gleiches betrifft den Kabeltiefbau, welcher kostenseitig im Rahmen der verfügbaren Projektmittel nicht mehr darstellbar war.

Die alternative und fachlich ohne Qualitätseinbußen mögliche Ersatzvariante der Erstellung dieser Arbeiten in Eigenleistung des Vorhabenträgers ermöglicht dennoch das ursprünglich vorgesehene Komplettergebnis in Form einer sanierten Gleisfeldbeleuchtungsanlage, welche zudem auch ihrem ursprünglich angedachten Zweck als Leuchtmittel entspricht.

Das touristisch-kulturelle Veranstaltungszentrum "Erlebnisbahnhof Schönheide Süd", ein LEADER-Projekt aus dem Jahr 2004, welches zudem das bauliche wie kulturelle Ortszentrum im OT Wilzschhaus der Gemeinde Schönheide ist, wurde planmäßig um weitere wesentliche Projektbestandteile erfolgreich ergänzt bzw. um jene komplettiert.

Leader . EPLR

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